Keine Isolierung in Anker-Zentren
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Keine Isolierung in Anker-Zentren

Keine Isolierung in Anker-Zentren – Geflüchtete Kinder brauchen Zuwendung

World Vision: Geflüchtete Kinder sind keine Kinder zweiter Klasse  / Hilfsorganisation kritisiert geplante Anker-Zentren

Keine Isolierung in Anker-Zentren :  das Kinderhilfswerk World Vision kritisiert die Bundesregierung für ihren Umgang mit geflüchteten Kindern. Vor allem die geplanten Anker-Zentren würden gegen die UN-Kinderrechtskonvention verstoßen.

Die Kinderrechtskonvention gilt auch in Deutschland für alle Kinder, unabhängig davon, woher sie kommen, welchen Aufenthaltsstatus sie haben, wie lange sie in Deutschland voraussichtlich bleiben werden oder in welchem Bundesland sie leben.

World Vision sieht jedoch aktuell die Gefahr, dass es mit den geplanten Anker-Zentren in der Bundesrepublik wieder salonfähig wird, geflüchtete Kinder als Kinder zweiter Klasse zu behandeln. „Mit großer Sorge sehen wir auf die geplanten Anker-Zentren. Zentrale Lager für mehrere hundert, wenn nicht tausend Menschen sind kein hinnehmbares Lebensumfeld für Kinder“ so Christoph Waffenschmidt, Vorstandsvorsitzender von World Vision Deutschland. „Die bundesweite Ausweitung dieser Lager, in denen Menschen, darunter viele Kinder, isoliert werden, entspricht nicht unserem Verständnis vom würdevollen Umgang mit Geflüchteten.“

Berichte von Besuchern ähnlicher, schon bestehender zentraler Aufnahme- und Abschiebezentren zeigen, dass Kinder dort monate-, manchmal jahrelang ausgegrenzt und ihre Rechte beschnitten werden. Es gibt beispielsweise keine abschließbaren oder kindgerechten Räume, Hebammen wird der Zugang verweigert, die medizinische Versorgung entspricht nicht dem Standard deutscher Kinder, die Schulpflicht wird teilweise ausgesetzt. Auch die Beschäftigungs- und Perspektivlosigkeit der Erwachsenen, die nächtlichen Abschiebungen und die dadurch entstehenden Aggressionen wirken sich negativ auf die Kinder aus.

World Vision fordert deshalb: In Deutschland gilt die Kinderrechtskonvention für alle Kinder. Geflüchtete Kinder müssen so schnell wie möglich in die deutsche Gesellschaft „hineingelassen“ werden, um Begegnungen und ein kindgerechtes Leben zu ermöglichen – unabhängig von ihrem Aufenthaltsstatus.

www.worldvision.de

HINTERGRUND 
World Vision Deutschland e.V. ist ein christliches Hilfswerk mit den
Arbeitsschwerpunkten nachhaltige Entwicklungszusammenarbeit, humanitäre Hilfe
und entwicklungspolitische Anwaltschaftsarbeit. Im Finanzjahr 2017 wurden 322
Projekte in 50 Ländern durchgeführt. World Vision Deutschland ist mit weiteren
World Vision-Werken in fast 100 Ländern vernetzt. World Vision unterhält
offizielle Arbeitsbeziehungen zur Weltgesundheitsorganisation (WHO) und dem
Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF) und arbeitet eng mit dem
Flüchtlingskommissariat.

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